KRK VXT-8 Test

Pro + Contra

  • Pro
  • Hervorragende Auflösung des Mittel- und Hochtonbereichs
  • Druckvolle und dennoch transparente Basswiedergabe
  • Ähnlich bleibender Klangeindruck bei verschiedenen Abhörlautstärken
  • Erweiterter Sweetspot durch neue Bauform

Das auf die Herstellung professioneller Studiomonitore spezialisierte Unternehmen KRK Systems wurde im Jahr 1986 gegründet. Zu den beliebtesten Produkten der Firma gehören aufgrund ihrer guten Mittel- und Hochton-Auflösung die Modelle der passiven ST-Serie und die aktive V-Serie 2. Heutzutage hat sich KRK in erster Linie auf die Konzeption und Produktion aktiver Monitore verlegt.

Die Nachfolger der V-Serie 2, die aktiven Monitore der VXT-Serie, orientierten sich in Sachen Design und Bauprinzip am KRK-Schlachtschiff Exposé E8T. KRK bietet die Monitore in drei Ausführungen an, die auf die Namen VXT4, VXT6 und VXT8 hören. Die Ziffern in den Modell-Bezeichnungen geben Auskunft über die jeweiligen Größen der verbauten Basstreiber. So ist die VXT4 beispielsweise mit einem 4“ Basstreiber ausgestattet, VXT6 kommt mit 6“ Treiber, usw. .

Gegenstand dieses Testberichts ist das größte Familien-Mitglied, VXT-8. Der aktive 2-Weg-Monitor verfügt über einen 8“ Tieftontreiber aus Kevlar und eine seidene 1“ Hochtonkalotte. Wie einige andere Hersteller setzen auch KRK bei der VXT-Reihe auf eine neue Bauform mit abgerundeten Ecken. In unserem Test haben wir geklärt, ob die VXT-8 qualitativ und klanglich nach wie vor zu überzeugen weiß und auch 2010 noch in der Oberliga der Studiomonitore mitspielen wird.

PRAXIS

Zur Anpassung an die verschiedensten Ausgangspegel dient ein kleines stufenloses Drehpoti. Das „Level Adjustment System“ mit einem Regelbereich von -30 dB bis +6 dB ermöglicht eine Adaptierung an jeden erdenklichen Ausgang bzw. Monitor-Controller.

Insgesamt befinden sich auf der Rückseite fünf durch Plastikkappen geschützte Kippschalter. Der Schalter für den Groundlift kann bei Netzspannungs-bedingten Brummschleifen Abhilfe schaffen.

Wird der Auto-Mute Schalter aktiviert, schaltet sich die Stromversorgung des Monitors nach 20 Minuten aus, wenn kein Audiosignal anliegt. Durch ein erneutes Signal schaltet sich der Lautsprecher automatisch wieder ein. Für ein reines Musikstudio ist das sicher eine tolle Sache. In anderen Arbeitsfeldern, wie z.B. Surroundmix, Hörspielen oder dem Games-Mix sollte man aufgrund der langen Pausen im Audiomaterial und den oft geringen Pegeln, Abstand von dieser Funktion nehmen.

Der „Clip-Indicator-Switch“ verfügt über drei unterschiedliche Positionen. In der „On“ Stellung ist die frontseitige, rote Clip-LED aktiviert und der integrierte Limiter im Bypass-Modus. In der Stellung „Off“ ist sowohl der Limiter, als auch die Clip-LED deaktiviert. Der Limiter wird in der „Limit“- Stellung aktiviert. Je stärker dieser arbeitet, desto heller leuchtet die grüne frontseitige Kontroll-LED.

Die Schalter „LF Adjust“ und „HF Adjust“ dienen der Anpassung des Tiefton- und Hochton-Bereichs an den jeweiligen Arbeitsplatz der Monitore. Die Tiefton-anpassung verfügt über drei Stufen. Die Stellung „Whole Space“ ist für eine Freifeld-Positionierung (Monitore im freien Raum, ohne eine Wand in der Nähe) vorgesehen, „Half Space“ für eine Positionierung in der Nähe einer Wand und die Stellung „Quater Space“ empfiehlt sich für die Positionierung der Monitore in einer Ecke. Zur Hochtonanpassung gibt es ebenfalls drei Schalterstellungen. Einmal die neutrale Stellung „Flat“ und einen Highshelf mit einer Anbebung von +1 dB oder einer Absenkung um -1 dB.

Sound
Kommen wir nun zum Wesentlichen, dem Sound der VXT-8 Monitore. Im Gesamteindruck weiß die VXT-8 durch ihre hervorragende Auflösung des gesamten Frequenzspektrums, den hohen Leistungsreserven und ihrer Impulstreue zu überzeugen. Diese Bewertung ergibt sich aus meiner, subjektiven Meinung als Tester. Andere Personen mögen die VXT-8 vielleicht anders bewerten. Ich weiß, dass die VXT-8 polarisiert. So wollten sich einige Kollegen, denen ich das Modell im Rahmen meines Tests vorgeführt habe, nicht ohne weiteres meiner Bewertung anschließen. Dies liegt sicher in erster Linie daran, dass es sich bei der VXT-8 um einen extrem „ehrlichen“ Lautsprecher handelt. Schwächen im Klangbild, fehlende Tiefenstaffelung, etc. werden durch die hohe Auflösung des gesamten Frequenzbereiches sofort aufgedeckt. Manche Anwender bevorzugen jedoch eine eher „glättende“ Wiedergabe des Klangbildes, so wie man das von der heimischen HiFi-Anlage kennt.

Wichtig: Daher sollte jeder, der sein Geld in neue Monitore investieren möchte, viel Zeit zum Probehören investieren (wenn das möglich ist). Vor allem das ausgiebige Hören von Referenz-CDs und selbst erstellten Mixen im eigenen Homestudio ist durch nichts zu ersetzen. Erst dann kann man wirklich beurteilen, ob der Lautsprecher in den eigenen vier Wänden funktioniert und ob das, was man geboten bekommt, auch gefällt.

Die VXT-8 kombiniert eine extrem hohe Auflösung im Mittel- und Hochtonbereich mit einer sehr tiefen (37 Hz !) und dennoch transparenten Wiedergabe des Basses. Dies ist eine Aufgabe, mit der viele Modelle anderer Hersteller so ihre Probleme haben. Bei unterschiedlichen Abhör-Lautstärken bietet die VXT-8 stets den gleichen Höreindruck. Egal, ob man nun leise abhört, um seine Ohren nicht zu schnell zu ermüden oder zwischendurch mal richtig aufdreht, um die Wirkung seines Mixes bei hoher Lautstärke zu testen: beides ist dank ausreichender Leistungsreserven und einer sehr guten Abstimmung von Chassis und Treibern mit der VXT-8 überhaupt kein Problem.

Darüber hinaus ist es äußerst praktisch, dass der Sweetspot durch die neue Bauform der VXT-Serie vergrößert wurde. So haben z.B. auch mehrere, nebeneinander vor dem Pult sitzende Personen einen nicht komplett anderen Klangeindruck. Allerdings ist anzumerken, dass es sich bei der VXT-8 eher um einen Monitor für Mid- und Freefield-Anwendungen handelt. Bei einer Anwendung als Nearfield-Monitor neigt die VXT-8 zu einer leichten Überbetonung des oberen Mitteltonbereichs.

Der gebotene Bassbereich hat im Nahfeld überhaupt keine Möglichkeit zur Entfaltung. Weiterhin klingt sie eben auch „groß“ und benötigt einen ausreichend großen Raum, um zu klingen. Für Nahfeld-Anwendungen sind eher die Modelle VXT-4 oder VXT 6 zu empfehlen.

 

FAZIT

Mit der VXT-8 ist dem Unternehmen KRK-Systems ein auf ganzer Linie überzeugendes Studiowerkzeug gelungen. Durch zeitgemäße Neuerungen, wie dem neuen Gehäusedesign, neuen Werkstoffen und verbesserter Elektronik wurden richtige Schritte unternommen, um sich weiterhin auf dem Markt zu behaupten. Das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt meiner Meinung nach voll und ganz. Mit der VXT-8 erhält man einen wirklich überzeugenden Studiomonitor. Für Midfield-Anwendungen in professionellen Studios mit Regien ab 25 qm ist die VXT-8 absolut empfehlenswert.

Für Nearfield-Anwendungen in kleineren Regien sind die Modelle VXT-4 oder VXT-6 zu empfehlen. Diese haben trotz der kleinen Bauweise einen erstaunlichen „Wumms“. Alle VXT-Modelle können in Verbindung mit dem optionalen Subwoofer auch als Satelliten eingesetzt werden.

Die VXT-8 ist sehr vielseitig einsetzbar. Egal ob bei Hörspiel-Produktionen, in der „Postpro“ oder in der Musikproduktion: überall machen sich die hohe Auflösung im Mittel- und Hochtonbereich, die Impulstreue und die satten Leistungsreserven positiv bemerkbar. Und dabei rangiert die VXT-8 mit einem Stückpreis von 654 € (UVP) preislich noch eher im Mittelfeld. Kurzum, bei der VXT-8 bekommt man ein absolut hochwertiges Studiowerkzeug für einen angemessenen Preis!

  • Pro
  • Hervorragende Auflösung des Mittel- und Hochtonbereichs
  • Druckvolle und dennoch transparente Basswiedergabe
  • Ähnlich bleibender Klangeindruck bei verschiedenen Abhörlautstärken
  • Erweiterter Sweetspot durch neue Bauform
  • Contra
  • Technische Daten
  • Basstreiber: 8“ Kevlarmembrane
  • Hochtöner: 1“ Silk Dome NEO
  • Input: XLR/ Klinke-Combobuchse
  • Verstärkung: 60 Watt (Hochton) + 120 Watt (Tiefton)
  • Frequenzbereich: 37 Hz – 22 kHz @ +/- 1,5 dB
  • Abmessungen: (H x B x T) 43,8 cm x 31,8 cm x 30 cm
  • Gewicht: 16,5 kg

Hersteller: KRK Systems