SM Pro Audio M-Patch V2 Test

Pro + Contra

  • Pro
  • Ausführliches, deutschsprachiges Manual
  • Drehschalter oder Potentiometer zur Lautstärkeregelung
  • Robustes Metallgehäuse
  • Gute Verarbeitung
  • Rack-Einbauset inklusive
  • Günstiger Preis
  • Neutraler Klang
  • Kombibuchsen (XLR/Klinke) für Inputs
  • Miniklinkenbuchse für Soundkarten

  • Contra
  • Kein Talkback
  • Fehlende Schraube und Unterlegscheibe für Potentiometer
  • Als Tischgerät ergonomisch suboptimal
  • Etwas schwacher Kopfhörerverstärker
  • Kopfhörer reagiert nicht auf Mute-Taste

Der M-Patch V2 ist ein passiver Monitorcontroller des australischen Unternehmens SM Pro Audio. Als Nachfolger des M-Patch verfügt er über zwei Audio-Eingänge im XLR- und Cinch-Format, zwei symmetrische XLR-Stereo-Outputs sowie einen Kopfhöreranschluss. Zum Preis von 202 Euro (UVP) erhält der Käufer eine Regel- und Schaltzentrale in einem robusten Metallgehäuse, die dank eines im Lieferumfang enthalten Montagesets auch zum Einbau in ein 19-Zoll-Rack geeignet ist.

Neu gegenüber dem Vorgänger ist das optionale Potentiometer, welches alternativ zum Drehschalter für die Lautstärke eingebaut werden kann. In diesem Artikel wollen wir prüfen, ob unser Testkandidat - obwohl er sich im unteren Preisfeld ansiedelt - ausreichend Potenzial hat, um auch in der Oberliga mitzuspielen.

Details

In dem mir vorliegenden Karton finde ich den M-Patch, ein Netzteil, vier Metallhalterungen zur Rack-Montage und einen Plastikbeutel mit diversen Kleinteilen. Dieser beinhaltet acht Schrauben für die Metallhalterungen, einen Inbusschlüssel und das optional einbaubare, stufenlose Potentiometer zur Regelung der Lautstärke. Ein ausführliches, deutschsprachiges Manual ermöglicht eine zügige und problemlose Inbetriebnahme des Gerätes.

Erster Eindruck

Mit seinen kompakten Maße von nur 86 x 220 x 120 Millimetern (H x B x T) kommt der M-Patch V2 mit einem Gewicht von knapp einem Kilogramm daher. Das liegt am robusten Metallgehäuse, welches sich mir akkurat montiert und lackiert präsentiert. Dank zweier Gummistreifen auf der Unterseite bewegt sich das Gerät beim Bedienen, selbst wenn es auf glatten Oberflächen steht, nicht von der Stelle. Die Anschlussbuchsen auf dem Backpanel sind zwar nicht vergoldet, doch haben sie eine ordentliche Qualität und wurden stabil im Gehäuse verbaut. Die Potis, Schalter und Tasten am Frontpanel machen einen praxistauglichen Eindruck.  

Anschlüsse

Üblicherweise befindet sich ein Großteil der Anschlüsse hinten, und so ist es auch in diesem Fall. Als Haupteingang (Stereo) dienen zwei symmetrische Kombibuchsen. Der zweite Eingang (Aux) ist als Cinch-Paar ausgelegt. Alternativ kann dieser Signalweg auch über eine Stereo-Miniklinkenbuchse versorgt werden. Ferner stellt unser Testkandidat zwei symmetrische Stereo-XLR-Ausgänge bereit. Kopfhörer sind an der 6,3mm-Klinkenbuchse auf dem Frontpanel des Gerätes anzuschließen und in ihrer Lautstärke regelbar. Als passiver Monitorcontroller funktioniert der M-Patch V2 prinzipiell auch ohne externe Spannungsversorgung, doch wer den internen Kopfhörerverstärker und die Kontroll-LEDs nutzten möchte, muss das externe Netzteil anschließen.

Features

Der M-Patch V2 ist eine passive Lautstärke-Kontrolleinheit, unter anderem gedacht für DAW-Arbeitsumgebungen oder Videoschnittplätze, an denen kein Mischpult eingesetzt wird. Die Bezeichnung „passiver Monitorcontroller“ bedeutet im Falle unseres Testobjekts, dass das zu regelnde Audiosignal in seinem Pegel nicht aktiv verstärkt, sondern lediglich abgeschwächt wird. Am Haupteingang des Gerätes, dem sogenannten Stereo-Input, kann zum Beispiel der symmetrische Ausgang eines Audio-Interfaces angeschlossen werden, während der Aux-Eingang mit einem CD-Player gespeist wird. Mit der Taste „Input Selection“ kann ich zwischen den Eingängen hin und her schalten, wobei mir die selektierte Quelle durch eine LED angezeigt wird. Der Drehschalter „Stereo Volume“ bestimmt den Pegel der Ausgangssignale. Er verfügt über 12 Dämpfungsstufen:  

-31, -19, -14, -11, -9, -7, -5, -4, -3, -2, -1, 0 dB  

Alternativ zum standardmäßig verbauten Drehschalter lässt sich das im Lieferumfang enthaltene, stufenlose Potentiometer einbauen. Gemessen an der Skala mit den Stufen von 1 bis 12 ergeben sich dabei folgende Dämpfungen:  

-unendlich, -69, -41, -29, -22, -19, -12, -6,5, -3,5, -1, -0,25, 0 dB  

Die beiden Output-Selektion-Tasten dienen zur Anwahl des Ausgangs (1, 2 oder beide). „Mute“ schaltet stumm. Auch hier wird der Staus mittels entsprechender LEDs angezeigt. Möchte ich das Ausgangssignal des M-Patch V2 auf seine Mono-Kompatibilität überprüfen, kann man das mit dem Stereo/Mono-Kippschalter bewerkstelligen.

Praxis

Was mir am SM Pro Monitor-Controller besonders gut gefällt, ist seine Robustheit und die saubere Verarbeitung. Das neue, abgerundete Design wirkt auf mich grundsätzlich ansprechend, nur der silberne Drehknopf auf dem Frontpanel passt für mich nicht so richtig stimmig ins Gesamtbild, denn ich finde, dass das dem Design einen leichten „Selfmade-Look“ gibt. Naja, ist wohl auch Geschmacksache.  

Wer seinen Controller in ein Rack montieren möchte, wird das im Lieferumfang enthaltene, robuste Montage-Set zu schätzen wissen. Als Tischgerät verwendet, ist unser Testkandidat aufgrund des rechten Winkels des vorderen Anschlussfeldes zur Unterlage ergonomisch nicht ganz optimal aufgebaut. Das schräge Frontpanel des Vorgängers war in meinen Augen für diese Art der Anwendung definitiv besser geeignet.  

Die Tasten des Gerätes arbeiten zuverlässig und ohne zu knacken. Der Drehschalter zur Regulierung des Pegels schaltet recht elegant von einer Stellung zur nächsten, ohne dabei Unterbrechungen des Signals oder Störgeräusche zu verursachen. In Sachen L/R-Balance macht der Drehschalter dank fester Widerstände zwar eine gute Figur, doch aufgepasst: Im Gegensatz zu einem stufenlosen Potentiometer wird das Signal auf der untersten Stufe der Skala nicht komplett abgesenkt. Wer es richtig still haben möchte, der muss sich mit der Mute-Taste behelfen. Die Abstufung der Dämpfung finde ich am Anfang der Skala etwas zu grob, während sich der Pegel gegen Ende leider nur noch um Nuancen ändert. Beim folgenden Audiobeispiel habe ich den Schalter in zeitlichen Abständen von fünf Sekunden nach unten und anschließend wieder hinaufbewegt.

Der Kopfhörerausgang reagiert im Gegensatz zu den beiden Stereo-Outputs nicht auf die Mute-Taste. Wähle ich mit der Input-Selection-Taste den Aux-Eingang als Quelle, so dient dessen Volume-Regler nicht (wie von mir zunächst angenommen) als Gain, sondern er justiert den Ausgangspegel des Gerätes unabhängig vom Stereo-Output. Im Gegensatz zu manch anderen Monitorcontrollern ist der Kopfhörer-Level an das Stereo/Aux-Volume gekoppelt. Wer die Monitorboxen deaktivieren möchte,  während er mit dem Kopfhörer arbeitet, muss die Mute-Taste betätigen. Der Kopfhörerausgang ist erfreulich rauscharm, wenngleich der entsprechende Verstärker etwas mehr Leistung hätte vertragen können - es kann im oberen Aussteuerungsbereich auch zu leichteren Verzerrungen kommen. Der Sub-Bereich hätte zudem etwas mehr Druck und das Feld der oberen Mitten mehr Transparenz vertragen können. Doch in Anbetracht der Preisklasse des M-Patch V2 geht das Ergebnis dennoch in Ordnung.  

Schließt man an den Stereo-Eingang ein symmetrisches Signal und an den Aux ein nicht symmetrisches an, so entsteht eine Pegeldifferenz. Der internationale genormte Studiopegel ( zum Beispiel XLR-Anschluss - symmetrisch) liegt bei +4dBu (Spannung U= 1,228 V), während der Heimtechnik-Pegel (meist Stereo-Cinch, nicht symmetrisch) bei -10dBV (Spannung U= 0,3162 V) liegt. Diese Differenz wird vom Gerät nicht automatisch ausgeglichen. Der höhere Pegel (+ 4dBu) lässt sich daher bei unserem Testgerät ausschließlich manuell mit dem Stereo-Volume-Drehregler auf einen Wert von – 10dBV reduzieren. Dies führt natürlich zu relativ ungenauen Ergebnissen. Ein optimaler A/B-Vergleich der beiden Signale ist beim M-Patch V2 so nur bedingt möglich.

Die Umschaltung des Ausgangssignals zwischen Mono- oder Stereo-Betrieb per Kippschalter erfolgt absolut störungsfrei. Allerdings ist die LED neben diesem Switch, die ich für eine Statusanzeige gehalten habe, nichts weiter als schicke Dekoration. Denn egal, in welcher Stellung sich der Hebel gerade befindet, leuchtet das Lämpchen immer blau auf. Und das unabhängig davon, ob nun ein Signal anliegt oder nicht. Im folgenden Sound-Beispiel habe ich taktweise von Stereo auf Mono umgeschaltet.

Während sich für die Montage der Rack-Halterung alle Komponenten (inklusive der Schrauben) im Lieferumfang befinden, sieht es beim Wechsel vom Drehschalter zum Potentiometer leider anders aus. Zwar passt der beiliegende Drehwiderstand perfekt in die Frontblende, doch hat der Hersteller es versäumt, die passende Mutter und Unterlegscheibe beizulegen. Während der Drehschalter nämlich eine Gewindegröße von acht Millimetern hat, benötigt das Poti eine Mutter mit einem Innendurchmesser von sechs Millimetern. Schade, hier sollte der Hersteller nachbessern. Nun gut, dann besorge ich mir die Mutter halt selbst und montiere im Anschluss das stufenlose Potentiometer, welches im Test einwandfrei funktionierte. Auch an der Arbeitskurve des Drehwiderstands gibt es nichts auszusetzen. Wie erwartet, ermöglicht einem die Verwendung des Potis ein maximales Herunterregeln des Pegels. Unterm Strich kann ich dem SM Pro M-Patch V2 einen neutralen und unaufdringlichen Klang attestieren. Die passive Arbeitsweise des Controllers macht sich hier bewährt. Dennoch ist unser Kandidat ein eher simpler Monitorcontroller ohne viel Schnickschnack. Features wie Talkback, Cue-Output oder eine Dimm-Funktion sucht man hier vergebens.

Fazit

Der SM Pro Audio M-Patch V2 ist ein gut verarbeiteter, passiver Monitorcontroller zu einem günstigen Preis (202 Euro UVP). Auf der Habenseite verbuche ich ein robustes Metallgehäuse und die Option, das Gerät zur Lautstärkeregelung wahlweise mit einem gerasterten Schalter oder einem herkömmlichen Potentiometer zu bestücken. Punkten kann der M-Patch obendrein durch seinen neutralen Klang – ein wichtiges Kaufargument. Was die Ausstattung angeht, bietet er allerdings nur Basics. Eine Talkback-Funktion oder einen Cue-Output sucht man vergebens. Außerdem sind der etwas schwache Kopfhörerverstärker sowie dessen durchschnittlicher Klang kleine Wermutstropfen. Empfehlen kann ich den M-Patch V2 für Arbeitsplätze ohne Mischpult, kleinere Heimstudios oder Videoschnittplätze, wo es nur um die reine Lautstärkeregelung geht und wo in Sachen Audio zwar eine gewisse Professionalität aber keine High-End-Qualität gefragt ist.

  • pro
  • Ausführliches, deutschsprachiges Manual
  • Drehschalter oder Potentiometer zur Lautstärkeregelung
  • Robustes Metallgehäuse
  • Gute Verarbeitung
  • Rack-Einbauset inklusive
  • Günstiger Preis
  • Neutraler Klang
  • Kombibuchsen (XLR/Klinke) für Inputs
  • Miniklinkenbuchse für Soundkarten
  • contra
  • Kein Talkback
  • Fehlende Schraube und Unterlegscheibe für Potentiometer
  • Als Tischgerät ergonomisch suboptimal
  • Etwas schwacher Kopfhörerverstärker
  • Kopfhörer reagiert nicht auf Mute-Taste
  • Features
  • Volume regelbar über gerasterten Schalter oder Potentiometer (austauschbar)
  • Passive Lautstärkeregelung
  • Unsymmetrische und symmetrische Eingänge
  • Zwei Stereoeingangsquellen
  • 3,5-Millimeter-Eingang für Soundkarten
  • Zwei Stereoausgänge zuweisbar
  • Unabhängige Lautstärkeregelung für Main und Aux
  • Stereo/Monoschalter
  • Mute-Schalter
  • Interner Kopfhörerverstärker
  • Inklusive Rack-Blenden
  • Technische Daten
  • In:
  • 2 x Kombianschlüsse (XLR/Klinke)
  • 1 x Stereo-Cinch (L/R)
  • 1 x Stereo-Miniklinke (3,5 mm)
  • Out:
  • 2 x symmetrische XLR-Ausgangspaare
  • 1 x Stereo-Klinkenbuchse (6,3 mm)
  • Frequenzgang : 20 Hz – 20 kHz (+/- 0,5 dB)
  • Max. Ausgangspegel: 320 mW @ 32 Ohm
  • Stromversorgung : Externes Netzteil 12-16 V
  • Abmessungen: 86 mm x 220 mm x 120 mm (H x B x T)
  • Nettogewicht : 1 kg